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Razzien in fränkischen HANF-Läden

Im Fokus stehen Tees. Sie sollen, zumindest ergaben das Stichproben, zwischen 0,16 Prozent und 0,3 Tetrahydrocannabinol beinhalten - und damit illegal sein. THC, so die Abkürzung des berauschendens Stoffes, fällt in Deutschland unter das Betäubungsmittelgesetz. Es darf deshalb nur mit Erlaubnis verkauft werden. Doch genau die habe gefehlt, heißt es in einer Pressemitteilung der Polizei.

 

Polizei-Einsätze in HANF-Läden gibt es immer wieder. Oft geht es dabei aber anders als in Unterfranken nicht um THC, sondern um Cannabidiol-Produkte, kurz CBD. Der Stoff wird aus dem weiblichen Cannabis gewonnen und ist nicht psychoaktiv. Er wirkt aber etwa angstlösend und schmerzlindernd, wird deshalb oft in der Medizin verwendet - auch große Drogerie-Ketten wie dm und Rossmann nahmen CBD-Produkte ins Sortiment auf. Wegen der unklaren Rechtslage tilgten viele Händler Öle, Seifen und Tees aber wieder aus den Regalen. Mehrere Streifen räumten das Geschäft leer. Das Bundesamt für Verbraucherschutz etwa sieht eine Verschreibungspflicht für CBD - und deshalb geht die Justiz zumindest im Zuständigkeitsbereich des Landgerichts Nürnberg-Fürth gegen Cannabidiol-Produkte vor.

 

Ob es noch in diesem Jahr Ergebnisse gibt, bleibt unklar. Die Betreiber des HANF-Ladens müssen warten, in Unsicherheit. Nach den Razzien in Unterfranken laufen auch dort die Ermittlungen. Proben seien an das bayerische Landeskriminalamt (LKA) geschickt worden, erklärt Björn Schmitt vom zuständigen Präsidium. "Wenn kein THC gefunden wird, dann ist das unproblematisch." Anders als etwa in Nürnberg erachte man das Cannabidiol zunächst für nicht verschreibungspflichtig.

 

Die Behörden stehen vor einem Flickenteppich mit jeder Menge Spielraum. Ist das HANF ohne Rauschwirkung legal oder nicht? Verwirrung gibt es besonders immer wieder um die sogenannte 0,2-Prozent-Grenze. Pflanzliche Produkte mit einem THC-Gehalt von unter eben jenem Wert dürfen laut Polizei verkauft werden - allerdings nur für gewerbliche oder wissenschaftliche Zecke. Die Abgabe an Endkonsumenten, etwa in HANF-Shops, ist strikt verboten. Beinhalten CBD-Produkte kein Tetrahydrocannabinol und damit berauschende Stoffe, sind sie legal - das ist zumindest die Deutung vieler Experten.  In der Praxis, das zeigen die Fälle aus Franken, interpretieren Polizei und Staatsanwaltschaft die Rechtslage aber unterschiedlich.