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Erster HANF ETF

Vor gut zwei Jahren waren Anleger noch "high" bei HANF Aktien. Der Marihuana-Index verdreifachte sich zwischen November 2017 und Januar 2018. Doch inzwischen herrscht Ernüchterung. Seit dem Frühjahr 2019 sind die HANF Aktien regelrecht abgestürzt.  Die amerikanischen ETFs, die auf die Branche setzten, bescherten den Investoren deutliche Kursverluste im vergangenen Jahr. Der größte Indexfonds, der ETFMG Alternative Harvest, büßte 2019 über 32 Prozent ein. Der Horizons Medical Marihuana Life Sciences verlor knapp 38 Prozent. Der vor einem Jahr aufgelegte erste deutsche HANF Aktienfonds, der kürzlich in Cansoul Fonds umbenannt wurde, sackte um 39 Prozent ab.

 

Hohes Wachstumspotenzial trotz erster Rückschläge

 

Trotzdem haben die HANF Fans ihren Optimismus nicht verloren. Der Marktforscher Prohibition Partners, der sich auf die HANF Branche konzentriert, rechnet mit einem rasanten Marktwachstum in den nächsten Jahren. Der Umsatz dürfte von etwa 15 Milliarden Dollar 2019 auf über 100 Milliarden Dollar 2024 klettern, prophezeien die Marktforscher.  "Wir glauben, dass die HANF Branche noch am Anfang einer jahrelangen Wachstumsphase steht", sagte Som Seif, Chef von Purpose Investments, gegenüber der Tageszeitung "Die Welt". Die kanadische Fondsgesellschaft Purpose lässt deshalb zusammen mit dem Investmentunternehmen HANetf den ersten europäischen HANF Indexfonds in Frankfurt listen. Unter der ISIN DE000A2PPQ08 kann künftig der ETF hierzulande gehandelt werden.

 

15 Aktien aus USA und Kanada

 

Der ETF bildet den Medical Cannabis and Wellness Equity Index von Solactive ab. Er besteht aktuell aus 15 Aktien aus der medizinischen Cannabis-, Hanf- und CBD-Branche (Cannabidiol). Sie sind entweder an der New Yorker Börse NYSE, der Nasdaq oder an der kanadischen Börse TSX in Toronto gelistet. Insofern beinhaltet der ETF auch ein Währungsrisiko, da die Aktien entweder in US-Dollar oder in kanadischen Dollar notieren.

 

Analysten haben von Anfang an vor hohen Schwankungen gewarnt und betont, dass HANF Aktien nichts für Anleger mit schwachen Nerven sind. Walter Vorhauser, Experte bei der Oddo Seydler-Bank, verglich die HANF Branche mit den Anfängen der Biotechnologie. Auch in dieser Branche gebe es eine hohe Volatilität, die Schwankungen der Aktienkurse seien enorm, immer zwischen Hoffen und Bangen.